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“Amtliche Mitteilung”

Als Gefrees aktuell kommt das Amtsblatt der Stadt als modernes farbiges Magazin daher. Dabei reichen die Anfänge in eine ganz andere Zeit zurück, als Einfachheit sein musste und in der Verwaltung Frau Raubbach noch alles mit der Schreibmaschine schrieb, Aufkleber auf die Seiten klebte und dann mit einem Vervielfältiger die Seiten herstellte, kopierte und zusammenheftete. Damals war ich noch gar nicht im Rathaus, aber ich kenne viele Geschichten zum und übers Amtsblatt, als es noch eher „minderwertig und klein“ war. Denn es bestand in der Anfangszeit lediglich aus DIN A4 Seiten die nur auf der Vorderseite bedruckt waren. Die ersten Ausgaben waren auch nur 6-Seiten stark. Später kamen dann auch Amtsblätter mit bedruckter Vorder- und Rückseite dazu.
Das alles war in der Amtszeit von Bürgermeister Arthur Peetz.

Das Amtliche Mitteilungsblatt der Stadt Gefrees im Wandel der Zeit.

Von Oktober 1977 bis August 1984 blieb es beim einfachen Format, welches in Selbstfertigung durch Frau Raubbach entstand.
Dann nahm freilich unter Altbürgermeister Rudolf Ruckdeschel mit Heinz Wolfrum jemand die Fäden in die Hand, der sich des unscheinbaren Blättchens mit sicherem Gespür für etwas attraktives Neues annahm.
Heinz Wolfrum griff der Stadt Gefrees unter die Arme, und kümmerte sich um alles, sei es das Redaktionelle, die Werbung und Unzähliges mehr, und nutzte dazu gerne seine Kontakte.

So entstand ab 1984 etwas grandioses Neues, wofür Heinz Wolfrum in der Stadt jeder dankbar war.
In der Zeit seit 1984 bis zur letzten Ausgabe im April 2019 gab es unendlich viele Änderungen und Formatierungen die uns aufgetragen wurden und umgesetzt werden mussten – sei es wegen Wechsel des Systems in der Druckerei der Frankenpost oder wegen Änderungen der Beiträge (Formatierungen). Für jede Zeilenschaltung und für jeden Punkt oder für jedes Komma musste zeitweise vorab ein gesondertes Kürzel angewandt werden, sonst hätte es das System in der Druckerei der MHZ in Münchberg nicht erfasst.
Bis zu seinem Abschied aus der Redaktion vor ca. 18 Jahren formte Heinz Wolfrum das Heft und es entwickelte sich zum absoluten Renner und zum Top-Informationsheft für alle Gefreeserinnen und Gefreeser in der Stadt und auf dem Land in den Ortsteilen.

Viele aus nah und fern dürften beneidet haben, dass das Heft durch die vielen Werbepartner auch noch kostenlos an alle Gefreeser weitergegeben werden konnte. Als ich 1992 ins Rathaus kam, lief das Amtsblatt praktisch von allein. Wir von der Stadt brauchten nur die Sachen an den Heinz weitergeben und er zauberte jeden Monat ein neues Amtsblatt hervor. Ich kann mich noch sehr gut erinnern wie es damals war, als der Kreuzer´s Fritz noch Amtsbote war und mich nach und nach ins Verteilgeschäft raus auf die Dörfer mitnahm und einführte.

Seinerzeit gab es noch die MHZ in Münchberg, wo das Blatt auch gedruckt wurde. Damals musste man die abgepackten Amtsblätter noch persönlich in der Druckerei abholen. Zu dieser Zeit gab es noch kein E-Mail, wo man schnell mal Korrektur gelesen hat, da saßen noch Leute in der Druckerei und haben „Fehlerlesen“ praktiziert und auch noch die Werbeblätter per Hand eingelegt. Als dann der Druck nach Hof verlegt wurde, bin ich sogar noch ein paar Mal nach Hof zum Abholen gefahren. Die Druckerei in Münchberg gab es da schon nicht mehr. Und dann wurde die Ausgabe eines Tages mit dem Auslieferservice zum Rathaus gebracht.
Kurz vor Corona wurde das Amtsblatt dann vom HCS Medienwerk übernommen und bekam ein anderes Aussehen – das Format blieb aber `noch´ eine Zeit lang wie gewohnt.
Aber bereits eineinhalb Jahre später stellte man auf Initiative vom neuen 1. Bürgermeister Oliver Dietel in Verbindung mit dem HCS Medienwerk komplett auf ein neues Layout und eine neue Formatgröße um.

Das ganz neue Design und Format September 2020

Und dann kam die erste Ausgabe im ganz neuen Format und mit einem neuen Namen – allerdings blieb die Bezeichnung „Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Gefrees“ erhalten – auch ein klein wenig in Erinnerung an Heinz Wolfrum.
Denn im Juni ist der „Zeitungsmacher mit Leib und Seele“, wie ihn die Frankenpost in ihrem Nachruf bezeichnete für immer von uns gegangen. Er, der es nach den Worten liebte, „mit schönen Worten zu formulieren und so seine Berichte und Geschichten lesenswert zu machen“, wird in Gefrees durch sein Wirken jedenfalls unvergessen bleiben.

Text: Uwe Köhler & Harald Judas

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